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 Bildungscard - Goldcard für wen? 
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Registriert: Mo 9. Feb 2009, 19:39
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Beitrag Bildungscard - Goldcard für wen?
http://www.gegen-stimmen.de/?p=6967

http://www.spiegelfechter.com/wordpress/3857/armut-die-freiheit-nehm-ich-mir
Und immer wieder Bertelsmann.

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"Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei - mögen sie noch so zahlreich sein - ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden." Rosa Luxemburg


So 15. Aug 2010, 07:39
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Beitrag Re: Bildungscard - Goldcard für wen?
Die Kommentare zum Spiegelfechterartikel lese ich seit Tagen mit: sehr empfehlenswert!

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Viele Grüße,
angel

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Ich habe mich verirrt.
Ich bin weg, um nach mir zu suchen.
Sollte ich zurückkommen bevor ich wieder da bin,
sagt mir bitte, ich soll hier warten.


So 15. Aug 2010, 11:19
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Beitrag Re: Bildungscard - Goldcard für wen?
Am besten die Karte für alle Büger. Auch fürs Bier in der Kneipe, den dortigen Klobesuch, fürs Sitzen auf der Parkbank ...
Die Polizei hat dann nicht mehr so viel Mühe eventuelle Alibis zu überprüfen ...

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So 15. Aug 2010, 12:21
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Beitrag Re: Bildungscard - Goldcard für wen?
Viel zu viel Aufwand.

Chip unter die Haut und die Mobilfunkmasten bekommen einen neue Antenne.
Fertig ist die Laube.

Die Daten werden mindestens ... na, ... sagen wir mal .... 10 Jahre gespeichert?
Nach frühestens 5 Jahren darfste das erste Mal einen Antrag auf Dateneinsicht stellen.


So 15. Aug 2010, 12:53
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Registriert: Mo 9. Feb 2009, 19:39
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Beitrag Re: Bildungscard - Goldcard für wen?
Und wer sich an nichtregistrierungspflichtigen Orten aufhält (im-Gras-Sitzer, am-wilden-Strand-Bader usw) macht sich sofort verdächtig und bekommt Leistung gestrichen

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So 15. Aug 2010, 13:05
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Beitrag Re: Bildungscard - Goldcard für wen?
Solche Orte gibt es dann nicht mehr.

Der Rasen im Park ist mit Stromkabeln unterlegt und am Nicht-Betreten-Strand sind Anti-Personen-Minen vergraben.


So 15. Aug 2010, 13:12
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Beitrag Re: Bildungscard - Goldcard für wen?
kleinchaos hat geschrieben:
Und wer sich an nichtregistrierungspflichtigen Orten aufhält (im-Gras-Sitzer, am-wilden-Strand-Bader usw) macht sich sofort verdächtig und bekommt Leistung gestrichen


So ne Karte kann man auch prima zum Überprüfen der Ortsabwesenheit verwenden.


So 15. Aug 2010, 13:26
Beitrag Re: Bildungscard - Goldcard für wen?
Der Wert auf der Karte soll sich ja auf 200 Euro belaufen. Das wäre eine lächerliche indirekte Regelsatzerhöhung von aufgerundet 17 Euro pro Monat. Pfff.


So 15. Aug 2010, 13:51
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Beitrag Re: Bildungscard - Goldcard für wen?
schlaraffenland hat geschrieben:
Der Wert auf der Karte soll sich ja auf 200 Euro belaufen. Das wäre eine lächerliche indirekte Regelsatzerhöhung von aufgerundet 17 Euro pro Monat. Pfff.


Das sachst Du so, aber damit lässt sich das Bildungsproblem doch ganz hervorragend lösen. Statistisch werden für jeden Schüler so ca. € 168,00 im Jahr für Nachhilfe ausgegeben http://de.statista.com/statistik/daten/studie/76319/umfrage/ausgaben-je-schueler-fuer-nachhilfe-pro-jahr/. Und da bleiben dann doch noch üppige 32 Euros im Jahr für Musikunterricht, Schwimmbad, Sportverein. Na, wenn das nicht reicht, um Nachteile auszugleichen, 32 Euronen, und das jedes Jahr, ich kann Dir garantieren, das hat das Kind so manchen Leistungsträgers nicht!

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So 15. Aug 2010, 14:00
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Beitrag Re: Bildungscard - Goldcard für wen?
In bin ja in einer anderen Welt groß (naja) geworden. Bezahlte Nachhilfe gabs eher nicht.
Wenn jemand im Unterricht was nicht kapiert hat gabs Lernpatenschaften und Hausaufgabenhilfen. Das haben wir Schüler selbst organisiert. Ok, damit es was abzurechnen gab wurde das zusätzlich noch in der Pionierorganisation (war meist identisch mit dem Klassenverband) manifestiert.
Ebenso gab es bei uns die verschiedensten Arbeitsgemeinschaften in den Schulen, nicht nur für die Erstklässler und Hortkinder.
Ob es da waren Musik, Junge Naturforscher, Sport, Modellbauer, Elektrotechnik, Kochen, Malen usw.

All das gab es, es wurde oft und gern genutzt. Soweit mir bekannt wurde dazu niemand gezwungen. Goldcard gabs nicht, die Eltern waren froh, dass die Kids sinnvoll beschäftigt waren nach der Schule. Und es kostete nix. Ok, teilweise Materialzuschüsse, oder eben das Instrument, die Sportklamotten. Das konnte sich aber jeder leisten. Auch Alleinerziehende. Weil die nämlich Arbeit hatten, die Väter auch und damit Unterhalt zahlen konnten.

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So 15. Aug 2010, 14:10
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Beitrag Re: Bildungscard - Goldcard für wen?
Ich bin auch in einer anderen Welt groß geworden. Nachhilfe gab's zwar, aber das war die absolute Ausnahme. Und wenn, dann gab's das vereinzelt auf den sog. weiterführenden Schulen. Eine Nachhilfeindustrie war völlig unbekannt, es fehlte der Markt. War aber auch nicht nötig, die allermeisten Schüler schafften das Lernpensum allein, oder es halfen mal die Klassenkameraden.

Da stellt sich dann schon die Frage, warum ist das heute nicht mehr so?
  • Sind die Kinder heute dümmer?
  • Ist der Stoff derart umfangreicher und komplizierter geworden, dass ein normaler Schüler es nicht mehr packt?
  • Wurde die Schule "erfolgreich" so weit reformiert, dass nix mehr geht? Sind die Lehrer schlechter geworden?
  • Warum führen bei den PISA Tests in Europa seit Jahren die Länder, in denen keine frühe "Selektion" stattfindet, in denen es keine "Ehrenrunden" gibt, in denen es als Versagen des Lehrers angesehen wird, wenn ein Schüler nicht mitkommt?
  • In denen der Lehrer kein Beamter auf Lebenszeit ist, sondern kündbar, z.B. wenn seine Leistung nicht stimmt?
  • In denen, das muss auch gesagt werden, das Sozialprestige des Lehrers sehr hoch ist, im Gegensatz zu uns.

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So 15. Aug 2010, 14:21
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Beitrag Re: Bildungscard - Goldcard für wen?
Der erste grobe Unfug der mir einfällt ist das Abwählen bestimmter Fächer. Meine beiden Töchter sind dadurch in Geographie sowas von blind, das glaubt man nicht.

Als nächstes erinnere ich mich immer wieder mit Schrecken an Bilder aus der Rütli-Schule. Könnte allerdings jede andere Schule in Deutschland sein. Der Lehrer ist dort nur noch der Clown, so er sich denn überhaupt in die Klasse traut.
Es wird der Lernstoff runtergerattert, wer ihn nicht hört hat Pech.
Klar gabs auch bei uns mal bisschen Störungen, jede Klasse hat wohl ihren Clown. Und nicht jeder Lehrer ist beliebt bei den Schülern. Da kommt es schonmal auch zu Spannungen im Unterricht.

Wenn ich sehe, dass sich Leute aufs Lehramt bewerben, die zwar vielleicht Biologie studiert haben oder Germanistik etc, aber absolut keinen Schimmer von Pädagogik und Unterrichten haben, da wird mir schlecht. Andererseits werden studierte Lehrer nicht eingestellt bzw entlassen nach der Assi-Zeit.

Den Lehrern kann man wohl nicht all zu viele Vorwürfe machen. Sie stehen zwischen Baum und Borke. Und das mehrfach.
Migrantenkinder sollen besonders gefördert werden. Deutsche nicht. In manchen Klassen gibt es grad mal ein deutsches Kind. Und dreimal darf man raten wer da das Sagen hat.
Eltern stellen Disziplinaranträge wenn der Lehrer es wagt die Leistung korrekt einzuschätzen, oder gar gewisse Verhaltensweisen der lieben Kleinen zu bemängeln. Lehrer werden von Eltern und Schülern bedroht. Wenn die Kids sowas mitbekommen, dass der Lehrer nur der Dummdödel ist, na ratet mal wie viel Respekt der liebe Kleine noch vor seinem Lehrer hat?

In dieser Gesellschaft, wo einer des anderen Deibel ist, da brauch man sich doch nicht zu wundern, dass die Kinder es den Erwachsenen nachmachen. Mobbing, Terror, Gewalt, Drogen, Erpressung usw. Alltag an deutschen Schulen. Nicht nur an Hauptschulen. Das Gymnasium, noch vor 30 Jahren ein Ort der Vernunft, heute verkommen zur erweiterten Hauptschule mit gymnasialer Oberstufe.

Und wo im Unterricht alles andere gemacht wird als lernen, da hat selbst der lernwilligste kaum eine Chance zu lernen. Der ist dann auf Nachhilfe angewiesen.

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So 15. Aug 2010, 15:29
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Beitrag Re: Bildungscard - Goldcard für wen?
Abwählen, bzw. auswählen durfte ich auch schon. :verlegen:

Musik oder Kunst
Chemie oder Bio

ich hab mich für Musik und Chemie entschieden.

Wenn ich heute mit Sohnemann spreche, worauf er den nachgerade unglaublichen Leistungssprung (innerhalb eines Jahrs von Schnitt 3,9 auf Abi-Schnitt 1,3) zurückführt nach dem Wechsel von Gymnasium Köln auf Kolleg St. Blasien.

  • Kein Fernseher auf dem Zimmer (1 Fernseher pro Wohngruppe von ca. 20 Schülern)
  • Kein PC auf dem Zimmer, außer es stand eine größere Hausarbeit an
  • strukturierter Tagesablauf inkl. fester Hausaufgaben- und Lernzeiten am Nachmittag
  • die sichere Gewissheit, wenn ich mich nicht verbessere, bin ich weg vom Fenster. Das zogen die Jesuiten dort knallhart durch. Wenn da jemand mit Schnitt 1,3 aufgenommen wurde und der Schnitt verbesserte sich nicht im ersten Halbjahr, dann war seine Karriere dort beendet.
  • und in St. Blasien tobt in der Freizeit zwar der Bär, aber eben eher der Waschbär

In weiser Voraussicht hatten wir das für St. Blasien nötige Geld schon sehr früh zurück gelegt und konnten das auch. Leider kann das bei weitem nicht jeder, aber die "Ablenkmöglichkeiten" z.B. könnten theoretisch minimiert werden, der Tagesablauf strukturiert werden. Aber da geht's dann eben auch schon wieder los, das lässt sich im Normalleben nicht durchsetzen, sondern nur "wenn's alle so haben/machen".

_________________
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So 15. Aug 2010, 16:43
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Beitrag Re: Bildungscard - Goldcard für wen?
Koelsch hat geschrieben:
Abwählen, bzw. auswählen durfte ich auch schon. :verlegen:

Musik oder Kunst
Chemie oder Bio

ich hab mich für Musik und Chemie entschieden.

Wenn ich heute mit Sohnemann spreche, worauf er den nachgerade unglaublichen Leistungssprung (innerhalb eines Jahrs von Schnitt 3,9 auf Abi-Schnitt 1,3) zurückführt nach dem Wechsel von Gymnasium Köln auf Kolleg St. Blasien.

  • Kein Fernseher auf dem Zimmer (1 Fernseher pro Wohngruppe von ca. 20 Schülern)
  • Kein PC auf dem Zimmer, außer es stand eine größere Hausarbeit an
  • strukturierter Tagesablauf inkl. fester Hausaufgaben- und Lernzeiten am Nachmittag
  • die sichere Gewissheit, wenn ich mich nicht verbessere, bin ich weg vom Fenster. Das zogen die Jesuiten dort knallhart durch. Wenn da jemand mit Schnitt 1,3 aufgenommen wurde und der Schnitt verbesserte sich nicht im ersten Halbjahr, dann war seine Karriere dort beendet.
  • und in St. Blasien tobt in der Freizeit zwar der Bär, aber eben eher der Waschbär

In weiser Voraussicht hatten wir das für St. Blasien nötige Geld schon sehr früh zurück gelegt und konnten das auch. Leider kann das bei weitem nicht jeder, aber die "Ablenkmöglichkeiten" z.B. könnten theoretisch minimiert werden, der Tagesablauf strukturiert werden. Aber da geht's dann eben auch schon wieder los, das lässt sich im Normalleben nicht durchsetzen, sondern nur "wenn's alle so haben/machen".
Deswegen hat der Mittlere von uns Dreien sein Gymnasium und Abi an einem ("nur") halbstaatlichen Internat gemacht (Eltern mussten nur einen Teil selber zahlen. War aber immernoch happig genug).

Halbes Jahr Probezeit.
Waren die Leistungen gut, durfte er bleiben und weitermachen.
Aber es mussten auch weiterhin die Leistungen stimmen.
Leute, deren "durchschnittliche Leistung" nicht einem bestimmten Level - das doch deutlich über dem eines normalen Gyms lag - entsprachen, wurden "in's Gebet" genommen.

Psychische Problem wurden ernst genommen und die Schüler entsprechend betreut.
Gab's evtl. zu Hause Probleme, wurden mit den Eltern gesprochen. Zum Wohle des Kindes.
Es gab wohl nur ganz wenige, die aufgegeben haben oder von der Schule verwiesen wurden.

Seine Leistungen stimmten dann auch soweit, dass er für Bio und Chemie ein Stipendium bis zum Dipl. in Würzburg bekam.
Letztendlich hat er seinen Doc in Bio/Chemie in Mainz mit summa cum laude durchgezogen.

Zu Hause einen solchen strukturierten Tagesablauf durchzuziehen ist sicherlich sehr schwierig.
Die wichtigste Störquelle sind sicherlich die Schulkameraden, Freunde, Freundinnen, die mehr "Freizeit", mehr Freiheiten haben.
Das war beim Jüngsten deutlich zu sehen. Ein paar von seinen Kumpels sind ohne Abschluss abgegangen.
Gingen arbeiten. Hatten fett Kohle am Wochenende in der Disko, weil sie zu Hause kaum was abgeben mussten.
Das wollte er auch. Auf die Eltern hat er natürlich nicht gehört.

Dann hab ich ihm gesagt: mach' deinen Schulabschluss.
Das passt doch, mit dem zusammen bist du 18, dann kannst du direkt nach der Schule machen was du willst.
Er hat dann 'ne Ausbildung als Gerber abgeschlossen, mit Bestnoten und direkt danach den Gerber-Techniker draufgesetzt. Ebenfalls mit Auszeichnung.

Abgesehen davon: Ich fürchte, ich könnte heute meinen Kinder, selbst wenn sie "nur" auf die Realschule gingen, nicht wirklich immer bei den Hausaufgaben helfen.
Zwar mussten wir auf der Realschule die lateinischen Bezeichnungen für Gegenwart und Zukunft, und meins und deins lernen, nur weiß ich die heute nicht mehr, könnte gar nicht mehr richtig benennen und Beispiele dafür bringen. Fragt mir nicht, wofür Genitiv und Dativ stehen. :verlegen:
Dafür hab' ich viel gelesen. Das übt auch Rechtschreibung legt Grundlagen für's Formulieren.

Mathe ist auch nicht besser.
Auf der Realschule mussten wir Mengenlehre lernen.
Konnte ich zwar so halbwegs, brauchte ich danach aber nie nicht wieder.
Während es Fach-Abi in HH haben wir Integral-Rechnung lernen müssen.
Dumm gelaufen: Brauchte ich nicht während der FH und nicht auf' Schiff.
Heute hab' ich noch nicht mal eine Vorstellung davon, wo das angewendet wird.
Die Sphärische Trigonometrie dagegen, die wiederumg die Grundlage für die Navigation nach Gestirnen ist, die musste ich pauken. Ging aber so.

Meine letzte LAG hat 2 Kinder. Der ältere hat damals das Abi nachgemacht, nach seiner Ausbildung als Optiker.
Und die jüngere hat sich auf's Abi vorbereitet.
Nichts von alldem, was die in der Schule an Stoff lernen mussten war mir wirklich geläufig. Bei etlichen Anfragen nach Wissen oder gar Hilfe musste ich sofort passen.
Die haben aber viel zusammen mit SchulfreundenInnen gemacht.
Wenigstens konnte ich sie in punkto PC und im Umgang mit Standardsoftware unterstützen.
Und natürlich - zusammen mit LAG - in Lebens- und Beruferfahrung in punkto Probleme analysieren, strukturien und dann doch scheibchenweise lösen.
Das hat ihnen aber sehr oft geholfen und sie habe diese Unterstützung auch gerne angenommen.


So 15. Aug 2010, 18:08
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Beitrag Re: Bildungscard - Goldcard für wen?
Die Grundlagen sind wohl heute noch die gleichen wie sie früher waren.
Bei uns wurde (der Zeit und dem technischen Stand der Dinge geschuldet) noch ganz viel zu Fuß gerechnet. Ab der 7. Klasse gabs den Rechenschieber. Kennt heut kein Mensch mehr. Taschenrechner kamen paar Jahre später, waren bei uns aber sündhaft teuer. So ab 800M aufwärts. Das waren für viele 2 Monatslöhne. Und als ich in der Berufsschule war waren die noch verboten im Unterricht. Naja, ich hab noch Lochkarten und Lochbänder lesen gelernt.

Über viele wichtige Grundlagen wird heut im Eiltempo hinweggegangen. Finde ich sehr schade, denn ohne die kapieren die Kids oft nicht die darauf aufbauenden höheren Aufgaben.

Wenn nun nicht die Kohle für Internate bzw Privatschulen da ist, und das ist sie auch bei vielen Mittelständlern nicht, dann heißt das das Aus für die Kids wenn sie die Nachhilfe nicht zahlen können? Nee, damit will ich mich nicht abfinden.

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So 15. Aug 2010, 18:16
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Beitrag Re: Bildungscard - Goldcard für wen?
Ich steh (inzwischen) auf dem Standpunkt, dass manche Kinder/Menschen einen gewissen Druck von außen brauchen, um zur "Höchstleistung" aufzulaufen.

In St. Blasien wurde das wirklich knallhart gemacht. Sohn berichtete in seinem Jahr von 3 Schüler, die mit ihm aufgenommen worden sind, die nach 1/2 Jahr gegangen wurden. Darunter einer der es eben nicht geschafft hatte, sich von einem "Anfangsschnitt" von 1,1 zu verbessern, da gab es keinerlei Ausnahmen.

Und jetzt an der BLS ist es auch ganz klar so: Es gibt keine "Ehrenrunden" - entweder Du schaffst es während des Trimesters, oder das war's. Im Trimester hast Du aber mehrere Versuche (max. 3), falls nötig. Also eine versäbelte Arbeit kann wiederholt werden, wenn alle Stricke reißen, auch noch am Anfang des nächsten Trimesters. Dann ist der Druck aber natürlich enorm, denn daneben, läuft natürlich das normale Trimesterprogramm und das ist hart genug. (Staatliche Uni im Schnitt 10,6 Semester, dort 8 Semester, darin enthalten 1 Auslandssemester, weiter zusätzlich zum deutschen Recht noch Englisch/Amerikanisches Recht, Betriebswirtschaft und, ebenfalls Pflicht mit Nachweis, 20% der Vorlesungszeit (1 Tag pro Woche) Studium Generale - also irgendwas, das definitiv nicht Rechtswissenschaft ist.

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So 15. Aug 2010, 18:25
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Beitrag Re: Bildungscard - Goldcard für wen?
Hätt' ich doch glatt vergessen:
Mir haben bei den Hausaufgaben die Eltern auch nicht helfen können.
Der AH war arbeiten um die Kohle für die Hütte ranzuschaffen und Muttern hat die erst Schulausbildung abbrechen müssen.
Es kam was Gravierendes dazwischen. WW II.

Und die zweite Hauswirtschaftliche Ausbildung konnte sie dann wg. mir nicht fertig machen.
Tat sich mit Deutsch und Mathe immer schwer.
Die 4 Grundrechenarten gingen nur in ungarisch.

Deutsch sprechen war gut, Zeitung lesen ging auch.
Aber wirklich Literatur lesen war nicht drin.
Aber dafür hab' ich mir von ihr Kochen, Socken stopfen und Knöpfe annähen abgeguckt.


So 15. Aug 2010, 18:41
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Beitrag Re: Bildungscard - Goldcard für wen?
Wenn diese Super Karte kommen soll, frage ich mich ernshaft wie das dann bei Säuglingen und Kleinkinder funktionieren soll, sie brauchen weder Nachhilfe noch Sportvereine noch Musikschule. Was bei ihnen aber im Regelsatz "vergessen" wurde sind Windeln und Babynahrung darüber hätte mal Frau von der Leyen auch Nachdenken sollen.

Ich will solche Karten nicht, für mich bedeutet diese Karte: ich bin nicht in der Lage meinen Kids eine ordentliche Bildung zukommen zu lassen, ich liege den ganzen Tag auf dem sofa und kraul mir den Bauch, meine Kids kommen aus der Schule und sitzen vor Zocken oder PCs, der Vater läuft den ganzen Tag in Jogginghose und trinkt Bier und raucht natürlich, ich bin nicht in der Lage meiner Familie vernünftiges Essen zu kochen u.s.w. Und weil ich ein Versager bin bekomme ich ne blöde Chipkarte damit jeder weiß wovon ich lebe.



Ihre blöde Karte kann sie sich selbst in ihre Brieftasche stecken.


So 15. Aug 2010, 20:14
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Beitrag Re: Bildungscard - Goldcard für wen?
Also das siehst du falsch. Babys muss Laufen beigebracht werden, Babyschwimmen, Sprecherziehung, Töpfchentraining. Alles das wozu rauchende hartz-Mütter zu faul sind.

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So 15. Aug 2010, 20:29
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Beitrag Re: Bildungscard - Goldcard für wen?
Wenn es nicht so traurig wäre, wärs zum Lachen.

Was ist denn "Bildung"?


Bildung ist, wenn ein Zweijähriges im Watt nach Wurmlöchern pult.
Bildungsfähigkeit entfaltet sich, wenn Kinder wissen, dass immer jemand für sie da ist.
Bildung ist, wenn Mama abends vorliest.
Bildung ist, wenn Papa mit einem Achtjährigen einen Regenspaziergang macht, in guter Regenkleidung, und das Kind sich die Regentropfen über die Nase laufen lässt.
Bildung ist ein gutgefülltes Bücherregal zuhause.
Bildung ist, Gespräche über alles nur Denkbare zuhause zu führen.
Bildung erwirbt man auch durch gute Filme.
Bildung bildet sich durch engagierte Lehrer, die Kinder mögen.
Bildung ist, wenn die Familie soziale Kontakte hat.
Bildung formt sich, wenn Kinder neugierig bleiben dürfen.
Bildung heißt, dass eine gewisse Sicherheit im Rücken stehen muss - das gibt die Freiheit, erkennen zu dürfen, was man wissen will.
Bildung fällt da auf fruchtbaren Boden, wo Existenzangst fehlt.
...



Das gibt es nicht auf Karte.

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So 15. Aug 2010, 20:48
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