Vollstreckungsklage - Teil II

Hier können Fragen gestellt werden, die in den anderen Hilfethemen nicht passen.
Antworten
Tester
Benutzer
Beiträge: 936
Registriert: Sa 24. Jan 2015, 15:04

Vollstreckungsklage - Teil II

#1

Beitrag von Tester » Mi 12. Jun 2019, 21:05

:4:
Zuletzt geändert von Tester am Mi 3. Jul 2019, 16:38, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Koelsch
Administrator
Beiträge: 61226
Registriert: Fr 3. Okt 2008, 20:26

Re: Vollstreckungsklage - Teil II

#2

Beitrag von Koelsch » Mi 12. Jun 2019, 21:27

Bestünde denn eine realistische Chance, dass bei Teilanerkenntnis die Restschuld plus Gerichtskosten plus Anwaltskosten bezahlt werden können? Sonst würde man durch Anerkenntnis meines Erachtens den Ärger vergrößern, besser wäre dann Urteil und danach ggf. Verögensauskunft = Nachweis Tasche leer.

Aber warte mal, was Tigerlaw sagt.

Ich denke aber auch, Restschuld = Anfangsschuld minus alles, was gezahlt wurden.
Frei nach Hanns-Dieter Hüsch, ist der Kölner überhaupt zu allem unfähig. Er weiß nix, kann aber alles erklären.
Deshalb kann von mir keine Rechtsberatung erfolgen, auch nicht per e-mail oder PN.

Tester
Benutzer
Beiträge: 936
Registriert: Sa 24. Jan 2015, 15:04

Re: Vollstreckungsklage - Teil II

#3

Beitrag von Tester » Mi 12. Jun 2019, 22:20

:1:
Zuletzt geändert von Tester am Mi 3. Jul 2019, 16:38, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
tigerlaw
Benutzer
Beiträge: 5173
Registriert: Mi 2. Feb 2011, 14:41
Wohnort: Bei Aachen/NRW

Re: Vollstreckungsklage - Teil II

#4

Beitrag von tigerlaw » Mi 12. Jun 2019, 23:50

Der Kreditvertrag erinnert mich an "Otto - der Film" aus 1984, wo auch ein Kreditgeber namens "Shark" auftrat.

"Ach, die Details brauchen Sie gar nicht so genau zu lesen ..."i :zwinker: :zwinker:

Versuchen wir die Sache systematisch anzugehen: Der Tilgungsplan ist Teil des Vertrags, die Bank hat noch also einen Anspruch auf Zahlung von 10 Raten je 115 € und die Schlusszahlung vom 69,47 €. Darin enthalten ist die jeweilige Pro-rata-Verzinsung. Im Gegenzug schreibt die Bank die eingesparten Zinsen gut (62,19 €).

Nach dem Tilgungsplan darf sie weiterhin 0,5 % der Restkreditsumme berechnen, also von 1.042,74 €.

Also 10 * 115,0 € + 69,47€ - 62,19 € + 5,21 € = 1.162,49 €.

Zzgl Zinsen ab 31.03.2017 in Höhe von 5 % über Basiszinssatz.

Schreibe also:
In o.g. Sache wird der Anspruch der Klägerin in Höhe von 1.162,49 € nebst 5 % Zinsen seit 31.03.2019 anerkannt unter Verwahrung gegen die Kosten; im Übrigen wird Klageabweisung beantragt.
Und dann übernimmst Du meine Argumentation.

Die "Verwahrung gegen die Kostenlast" nenne ich immer die "Abseitsfalle im Prozessrecht": § 93 ZPO. Andererseits zeige ich hier natürlich auch eine gehörige Portion Chuzpe! Denn der Darlehensnehmer hat ja weiß Gott Veranlassung zur Klage gegeben. Nur zum Schluss dann mit einem "sfortigen" Anerkenntnis noch aus der Kostenlast herauskommen zu wollen, ist schon mutig.

Andererseits: "Frechheit siegt!" (manchmal)

Versuchs einfach, und viel Glück!
Ich darf sogar beraten - bei Bedarf bitte PN!

Wampe
Neuer Moderator
Beiträge: 1482
Registriert: Mo 17. Nov 2014, 14:54

Re: Vollstreckungsklage - Teil II

#5

Beitrag von Wampe » Do 13. Jun 2019, 01:51

tigerlaw hat geschrieben:
Mi 12. Jun 2019, 23:50
Zzgl Zinsen ab 31.03.2017 in Höhe von 5 % über Basiszinssatz.

Schreibe also:
In o.g. Sache wird der Anspruch der Klägerin in Höhe von 1.162,49 € nebst 5 % Zinsen seit 31.03.2019 anerkannt unter Verwahrung gegen die Kosten; im Übrigen wird Klageabweisung beantragt.
Müsste das nicht heißen "5 % Zinsen über Basiszinssatz"? :ka:

Und das Datum beinhaltet auch einen Schreibfehler. :8:

Benutzeravatar
marsupilami
fotoknipsender Spaßvogel
Beiträge: 24706
Registriert: Fr 27. Mär 2009, 13:41
Wohnort: Zu Hause

Re: Vollstreckungsklage - Teil II

#6

Beitrag von marsupilami » Do 13. Jun 2019, 09:10

Man kann's ja mal versuchen!
Vielleicht merkt's die Gegenpartei nicht. :zwinker:

Wenn doch: 'tschuldigung, Schreibfehler! :verlegen:
tigerlaw hat geschrieben:
Mi 12. Jun 2019, 23:50
Andererseits: "Frechheit siegt!" (manchmal)

Versuchs einfach, und viel Glück!
Signatur?
Muss das sein?

Benutzeravatar
tigerlaw
Benutzer
Beiträge: 5173
Registriert: Mi 2. Feb 2011, 14:41
Wohnort: Bei Aachen/NRW

Re: Vollstreckungsklage - Teil II

#7

Beitrag von tigerlaw » Do 13. Jun 2019, 09:41

Wampe hat geschrieben:
Do 13. Jun 2019, 01:51
tigerlaw hat geschrieben:
Mi 12. Jun 2019, 23:50
Zzgl Zinsen ab 31.03.2017 in Höhe von 5 % über Basiszinssatz.

Schreibe also:
In o.g. Sache wird der Anspruch der Klägerin in Höhe von 1.162,49 € nebst 5 % Zinsen seit 31.03.2019 anerkannt unter Verwahrung gegen die Kosten; im Übrigen wird Klageabweisung beantragt.
Müsste das nicht heißen "5 % Zinsen über Basiszinssatz"? :ka:

Und das Datum beinhaltet auch einen Schreibfehler. :8:
Es gibt aufmerksame Leser und Moderatoren ... :zwinker:

Den Text hatte ich auf die Schnelle in die Tastatur gekloppt, wegen der Zinshöhe hast Du natürlich recht.

Andererseits: Es gab auch schon mal bis in die höheren Instanzen einen Prozess, ob "5 % über dem Basiszinssatz" ausreiche, wenn (offenkundig) 5 %-Punkte gemeint sind (ja, es reicht aus!).

Und die "2017" ist tatsächlich falsch, die Klage lautete auf Verzinsung ab 31.03.2019.
Ich darf sogar beraten - bei Bedarf bitte PN!

Tester
Benutzer
Beiträge: 936
Registriert: Sa 24. Jan 2015, 15:04

Re: Vollstreckungsklage - Teil II

#8

Beitrag von Tester » Do 13. Jun 2019, 09:53

:4:
Zuletzt geändert von Tester am Mi 3. Jul 2019, 16:39, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
tigerlaw
Benutzer
Beiträge: 5173
Registriert: Mi 2. Feb 2011, 14:41
Wohnort: Bei Aachen/NRW

Re: Vollstreckungsklage - Teil II

#9

Beitrag von tigerlaw » Do 13. Jun 2019, 10:09

Tester hat geschrieben:
Do 13. Jun 2019, 09:53

(...)

Det versteh ich auch nicht. gem. § 93 ZPO, da heißt es doch
"Hat der Beklagte nicht durch sein Verhalten zur Erhebung der Klage Veranlassung gegeben, so fallen dem Kläger die Prozesskosten zur Last, wenn der Beklagte den Anspruch sofort anerkennt."
Der Beklagte hat ja nicht mehr zahlen können, ergo hat der § 93 ZPO doch keinerlei relevanz in dem Fall und führt nur zu einem Schriftsatz hin und her mehr ... oder !?
Ja, das widerspricht auch meinem Judiz.

Dann lass diese Klausel raus, und Dein Betreuter wird in die (anteiligen) Kosten verurteilt. Ist dann halt so. Flapsig ausgedrückt: "Geld hat man zu haben ..."

Die 1.042,74 € habe ich der Ratenrtabelle entnommen.

Woher die Zinsrückvergütung kommt und wie sie sich errechnet, weiß ich auch nicht, ich nehme sie einfach - da für den Mandanten vorteilhaft - ohne Hinterfragen hin.
Ich darf sogar beraten - bei Bedarf bitte PN!

Benutzeravatar
Günter
Moderator
Beiträge: 37279
Registriert: So 5. Okt 2008, 12:58
Wohnort: Berliner in Potsdam

Re: Vollstreckungsklage - Teil II

#10

Beitrag von Günter » Do 13. Jun 2019, 12:29

Kann man nicht einfach an das Gericht schreiben.

Ich erkenne die Forderung in Höhe von ..... an. Ich bin zahlungswillig, aber nicht zahlungsfähig, da ich derzeit ALG II-Bezieher bin und sich das aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen bis zum Erreichen des Rentenalters nicht ändern wird.

Daher werde ich im Anschluß an das Gerichtsverfahren Antrag auf die Eröffnung des Privatinsolvenz-Verfahrens mit dem Ziel einer baldigen Restschuldbefreiung stellen.
Ist der einzige Existenzgrund für Milliarden Menschen nur die Befriedigung der Profitgier der Besitzenden? Oder haben diese Menschen auch ein Anrecht auf ein menschenwürdiges Leben?

Ich könnte freundlich, aber wozu? :6:

Wampe
Neuer Moderator
Beiträge: 1482
Registriert: Mo 17. Nov 2014, 14:54

Re: Vollstreckungsklage - Teil II

#11

Beitrag von Wampe » Do 13. Jun 2019, 14:16

Tester hat geschrieben:
Do 13. Jun 2019, 09:53
im übrigen wird die Klageabweisung beantragt" -> verstehe ich jetzt auch nicht, vom Richter wird doch die Antwort kommen "vom Grunde her ist die Klage doch berechtigt", was verstehe ich hier nicht!?
Das bezieht sich darauf, dass die mehr haben wollen als ihnen zusteht.
Für den Teil der Forderung, den sie zuviel verlangen (= im Übrigen), ist die Klage abzuweisen.

Benutzeravatar
tigerlaw
Benutzer
Beiträge: 5173
Registriert: Mi 2. Feb 2011, 14:41
Wohnort: Bei Aachen/NRW

Re: Vollstreckungsklage - Teil II

#12

Beitrag von tigerlaw » Do 13. Jun 2019, 15:41

:jojo: :jojo: :jojo:
Ich darf sogar beraten - bei Bedarf bitte PN!

Tester
Benutzer
Beiträge: 936
Registriert: Sa 24. Jan 2015, 15:04

Re: Vollstreckungsklage - Teil II

#13

Beitrag von Tester » Fr 14. Jun 2019, 09:27

Danke Tiger

Tester
Benutzer
Beiträge: 936
Registriert: Sa 24. Jan 2015, 15:04

Re: Vollstreckungsklage - Teil II

#14

Beitrag von Tester » Fr 14. Jun 2019, 09:28

Wampe hat geschrieben:
Do 13. Jun 2019, 14:16
Tester hat geschrieben:
Do 13. Jun 2019, 09:53
im übrigen wird die Klageabweisung beantragt" -> verstehe ich jetzt auch nicht, vom Richter wird doch die Antwort kommen "vom Grunde her ist die Klage doch berechtigt", was verstehe ich hier nicht!?
Das bezieht sich darauf, dass die mehr haben wollen als ihnen zusteht.
Für den Teil der Forderung, den sie zuviel verlangen (= im Übrigen), ist die Klage abzuweisen.
Super! Danke!

Tester
Benutzer
Beiträge: 936
Registriert: Sa 24. Jan 2015, 15:04

Re: Vollstreckungsklage - Teil II

#15

Beitrag von Tester » Sa 15. Jun 2019, 14:27

:1:
Zuletzt geändert von Tester am Mi 3. Jul 2019, 16:39, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Koelsch
Administrator
Beiträge: 61226
Registriert: Fr 3. Okt 2008, 20:26

Re: Vollstreckungsklage - Teil II

#16

Beitrag von Koelsch » Sa 15. Jun 2019, 19:31

Meines Erachtens ja, also Klageabweisung weil Gericht nicht zuständig.
Frei nach Hanns-Dieter Hüsch, ist der Kölner überhaupt zu allem unfähig. Er weiß nix, kann aber alles erklären.
Deshalb kann von mir keine Rechtsberatung erfolgen, auch nicht per e-mail oder PN.

Tester
Benutzer
Beiträge: 936
Registriert: Sa 24. Jan 2015, 15:04

Re: Vollstreckungsklage - Teil II

#17

Beitrag von Tester » Sa 15. Jun 2019, 19:45

:8:
Zuletzt geändert von Tester am Mi 3. Jul 2019, 16:39, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Koelsch
Administrator
Beiträge: 61226
Registriert: Fr 3. Okt 2008, 20:26

Re: Vollstreckungsklage - Teil II

#18

Beitrag von Koelsch » Sa 15. Jun 2019, 20:31

Genau so, nix mehr schreiben derzeit.
Frei nach Hanns-Dieter Hüsch, ist der Kölner überhaupt zu allem unfähig. Er weiß nix, kann aber alles erklären.
Deshalb kann von mir keine Rechtsberatung erfolgen, auch nicht per e-mail oder PN.

Benutzeravatar
tigerlaw
Benutzer
Beiträge: 5173
Registriert: Mi 2. Feb 2011, 14:41
Wohnort: Bei Aachen/NRW

Re: Vollstreckungsklage - Teil II

#19

Beitrag von tigerlaw » Sa 15. Jun 2019, 22:32

Das Anwalt-Office habe ich abonniert ...

Der Musterschriftsatz ist sehr ausführlich.

Andererseits bist Du kein Anwalt, da müsste ein simpler Zweizeiler ausreichen:
Ich rüge die örtliche Unzuständigkeit des Gerichts.
Ich darf sogar beraten - bei Bedarf bitte PN!

Antworten

Zurück zu „Sonstige Hilfen“