Anerkennung USt. als Ausgabe, nur, wenn tatsächlich gezahlt und neu fällig ist!

Rund um Selbstständigkeit unter ALG II.
Breymja
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Re: Anerkennung USt. als Ausgabe, nur, wenn tatsächlich gezahlt und neu fällig ist!

#26

Beitrag von Breymja » Mi 20. Jun 2018, 10:56

Nein, das gibt's auch als Zuschuss - beispielsweise hier bei einem Kollegen. Die Darlehensraten werden als Zuschuss übernommen, weil das Fahrzeug für die Arbeit notwendig ist. Ob das bei euch auch mal so gehandhabt wurde, weiß ich natürlich nicht. Es ist aber offensichtlich möglich. Das ist sogar noch mehr Wert, als eine Einkommensminderung.

Aber selbst dann, meine Argumentation war gerade Ungleiches ist auch Ungleich zu behandeln. Daher, es ist irrelevant ob der Arbeitnehmer das auch kriegt oder nicht - Selbstständige sind etwas anderes, was anders behandelt wird und werden muss, denn die haben auch entsprechend andere Nachteile, die der Arbeitnehmer nicht hinnehmen muss.

Und gerade zu dieser Sicht wollte ich ja etwas wissen, nicht zur Gleichheit mit dem Arbeitnehmer.

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kleinchaos
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Re: Anerkennung USt. als Ausgabe, nur, wenn tatsächlich gezahlt und neu fällig ist!

#27

Beitrag von kleinchaos » Mi 20. Jun 2018, 11:02

Wenn das JC das Fahrzeug für einen Selbständigen finanziert, dann bekommt praktisch der Betrieb ein Darlehen. Nicht der Leistungsberechtigte. Sofern das Auto überwiegend betrieblich genutzt wird. Dann ist die Tilgung Betriebsausgabe. Wäre der Betrieb nicht, bräuchte der eLB ja kein Auto.
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Re: Anerkennung USt. als Ausgabe, nur, wenn tatsächlich gezahlt und neu fällig ist!

#28

Beitrag von Koelsch » Mi 20. Jun 2018, 11:11

Breymja hat geschrieben:
Mi 20. Jun 2018, 10:52
Doch, wenn das JobCenter das Fahrzeug finanziert, und das kommt durchaus vor. Aber halt nur wenn es benötigt wird. Der Selbstständige bekommt die Anerkennung aber auch nur maximal dann, wenn es benötigt wird. Ich sehe hier keinen Unterschied.
Offenbar hast Du die Problematik nicht ganz erkannt. Es geht hier wesentlich um Darlehenstilgungen für Darlehen vor ALG II Bezug. Darlehen vom JC aber gibt's in der Zeit bekanntlich nicht.
Und es geht um die Ungleichbehandlung von Selbstständigen und "Arbeitnehmern". Wie kc schon richtig erkannte - der Selbstständige kann die Darlehenstilgung für im ALG II Bezug zugeflossene Darlehen gewinnmindernd buchen, der Arbeitnehmer hat dazu Null Chance. Es geht hier nicht um den eher seltenen Sonderfall, dass JC der Darlehensgeber ist, wobei die Problematik auch da aber die gleiche ist.

Es hat vermutlich Gründe, warum Darlehenstilgungen im Steuerrecht "nicht vorkommen" :unschuld:
Frei nach Hanns-Dieter Hüsch, ist der Kölner überhaupt zu allem unfähig. Er weiß nix, kann aber alles erklären.
Deshalb kann von mir keine Rechtsberatung erfolgen, auch nicht per e-mail oder PN.

Olivia
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Re: Anerkennung USt. als Ausgabe, nur, wenn tatsächlich gezahlt und neu fällig ist!

#29

Beitrag von Olivia » Mi 20. Jun 2018, 13:32

Es besteht offenbar ein Zielkonflikt zwischen der Aufrechterhaltung der Bedürftigkeitsminderung unter Beibehaltung eines Kfz für Selbständige und der wegen grundsätzlicher Erwägungen erfolgenden Ablehnung von Darlehensraten für vor dem Leistungsbezug aufgenommene Darlehen.

Hat nicht die Aufrechterhaltung der Bedürftigkeitsminderung Vorrang vor grundsätzlichen Erwägungen? Die Dauerhaftigkeit der Eingliederung hat lt. Gesetz jedenfalls Vorrang vor anderen Massnahmen wie der Rückforderung von Darlehensraten, wenn durch letzteres die Selbständigkeit zu Grunde gehen würde, siehe § 3 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 und Satz 3 SGB II.
Bei den Leistungen zur Eingliederung in Arbeit ist die Dauerhaftigkeit der Eingliederung zu berücksichtigen. Vorrangig sollen Maßnahmen eingesetzt werden, die die unmittelbare Aufnahme [und Aufrechterhaltung] einer Erwerbstätigkeit ermöglichen.

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__3.html

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